Wie wir uns die Herrschaft über unsere Zeit und unser Leben zurückholen

Pause

von Ulrich Hoffmann

Ulrich HoffmannSeit der Erfindung der Dampfmaschine und kurz danach der Fertigung am Fließband befürchten Skeptiker den Untergang des Abendlandes. Und es sieht so aus, als hätte unsere Generation gute Chancen, das nun endlich zu erleben. Stress wird von der WHO inzwischen als eines der größten Gesundheitsprobleme der Welt angesehen. Durch Digitalisierung und Verdichtung der Arbeit wird beruflicher Stress wohl immer weiter zunehmen. Fast jeden plagt die Angst, bald nicht mehr mithalten zu können.

Mit Internet, TV, Essen, Alkohol oder Sport lenken wir uns ab von diesem Unwohlsein über das eigene Leben. Wir wissen, allein wir selbst sind verantwortlich für unsere Lebenszufriedenheit. Wir versuchen, alles unter einen Hut zu bringen: Kinder und Karriere, Freunde und Familie, Witz und Wissen, Genuss und Gesundheit, Offenheit und Entschlossenheit, Engagement und innere Ruhe. Doch das schafft keiner! Denn wir könnten alles haben, alles machen, deswegen müssen wir uns ständig entscheiden, und schon das allein macht todmüde.

Aktuell erscheinen pessimistische Sorgenbücher über Stressbelastung, Burn-out-Prävention, Künstliche Intelligenz und die bevorstehende Entwicklung von Menschheit und Arbeitswelt im Viertelstundentakt. Die entsprechenden Forschungsdaten liegen vor und sind unbestritten: Wir brauchen nicht mehr Leistung, sondern mehr Pausen!

Doch Pause zu machen ist gar nicht so einfach. Alle wollen die ganze Zeit etwas von uns. Und wenn nicht, dann schauen wir mal kurz aufs Handy, bis wieder jemand was von uns will.

Wirklich Pause zu machen, ist nicht das Gegenteil von arbeiten. Es kommt nicht nur darauf an, was wir nicht tun. Es kommt auch darauf an, was wir in der Pausenzeit tun.

Wie bringen wir die Willenskraft auf, nicht mehr abends im Bett noch Facebook zu checken oder Serien zu „suchten“? Und vor allem: Was machen wir dann stattdessen?

«Pause» ist ein Buch über die fast vergessene Kulturtechnik der Pause. Ein Ratgeber für alle, die ihren Verstand und ihre Seele nicht verlieren oder wenigstens zurückerobern wollen. In 12 Abschnitten werden Sie erfahren, welche Verhaltensweisen Ihnen nützen, und wie Sie die neue Gewohnheit erfolgreich beginnen. Denn Sie sollen nicht Ihr ganzes Leben umkrempeln, sondern durch kleine, aber grundlegende Veränderungen einen möglichst großen Erholungseffekt erzeugen.

Schon der 1994 verstorbene Psychoanalytiker Erik Erickson stellte fest, dass der Schlüssel zu einem als gut empfundenen Leben darin besteht, „ausreichend Zeit für Arbeit, Liebe und Spiel“ zu haben. Das ist heute nur noch selten der Fall.

„Pausen sind die Bandscheiben des Alltags“, sagt Stress-Expertin Carola Kleinschmidt, „sie verbinden unsere Aufgaben flexibel miteinander und verhindern Überlastung“.

Die Vorstellung, (mehr) Pausen machen zu müssen, empfinden viele Menschen als zusätzlichen Stressfaktor. Woher soll die Zeit dafür kommen!? Dabei sind Pausen keine Alternative zu unserem aktuellen Alltag, sondern eine Ergänzung. Das Salz in der Suppe. Sie machen mit wenig Aufwand viel mehr aus dem Leben! «Pause» ist daher das Buch für alle, die sich nicht mehr leben lassen, sondern wieder zu sich kommen wollen.